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So funktioniert es

Tosca – (k)eine Oper

…von Puccini in drei Akten. Irgendeine alte Liebesgeschichte. Was ist das wieder für überflüssiges Schulwissen? Egal. Auf die Tierpatin richteten sich zwei goldene Augen, ein wirklich lautes Schnurren ertönte. Abwechselnd ein recht klägliches Rufen – streichle mich, mir ist soo langweilig.

Das Herz flog dem grauen Fellbündel entgegen und umgehend gehorchte die Tierpatin – Widerstand ist zwecklos. Dazu war sie schließlich da. Nun ja, und um das Klo zu putzen, das Katzenklo, versteht sich.

Und jetzt spielte schon der zweite Akt in Tosca’s Leben.

Der erste sah sie knapp drei Jahre in einer Wohnung, aus der sie vom Veterinäramt herausgeholt wurde. Warum? Zwangsräumung. Tosca wurde einfach in der Wohnung zurückgelassen, wie die alten Möbel und der Schuldenberg.

Wie jedes fühlende Wesen hat auch diese wunderschön gezeichnete Britisch-Kurzhaar-Kätzin Anspruch auf Liebe und Versorgung. Das Amt griff ein und Tosca wurde im November 2014 ins Tierheim eingewiesen.

Ein Zuhause auf Zeit, dieser zweite Akt. Hier hatte nun ein Herr – Tierarzt von Beruf – seinen Auftritt. Und stellt fest: Herzfehler, nicht kastriert, immer wieder die zermürbende Rolligkeit. Das Drama nimmt seinen Lauf? Nein, nicht mehr! Tosca erhält Herzmedikamente. Ihr Zustand stabilisiert sich umgehend. Nun die große Frage – kastrieren ja oder nein. Schafft das kleine Herz die Narkose? Eine Ultraschall-Untersuchung soll Gewissheit bringen. Fazit: sie wird es schaffen. Eins, zwei Tage nach der OP schmeckt das Essen schon wieder, besser als je zuvor. Die Patentante fällt natürlich auf Tosca’s dringliche Nachfragen nach etwas größeren Portionen zum Abendbrot herein. Blöd nur, dass am Morgen danach die Herztablette nicht mehr reinpasst. Also strenge Anweisung an die Patin, die Ohren auf Durchzug zu stellen. Leicht gesagt! Ersatzweise sind Kuschelstunden durchzuführen. In Ordnung, so wird’s gemacht. Und die kleine Hummel ist zufrieden, schmust und summt und räkelt sich auf Patentantes Schoß. Erstaunlich, wie viele Haare dabei an einer Hose haften bleiben können. Tante und Tosca sehen sich plötzlich felltechnisch so ähnlich…

Also kommt zum Kuscheln noch das Bürsten hinzu. Tosca erträgt’s geduldig und schnurrt zu ihrer eigenen Beruhigung. Bloß nicht aufregen. Es ziept ja auch fast gar nicht.

Alles ist so harmonisch. Vielleicht aber etwas zu ruhig nachts. Tosca bleibt viel Zeit, an ihrer Narbe am Bauch herumzunagen. Fast war es verheilt. Aber nur fast. Es krabbelt ja bekanntlich, wenn’s heilt. Erklär mal einer Miezie, dass sie dann nicht kratzen oder knaubeln soll. Da half nur noch ein Lampenschirm. So nennt die Patin den Halskragen-Leckschutz und lacht sich heimlich kaputt, weil Tosca nun wie eine haarige Lampe aussieht. „Püh, dann verliere ich eben noch ein paar mehr Haare auf ihrer Hose, ätsch, schnurr.“

Doch die zwei halten zusammen und schmusend vergehen die Tage unterm Lampenschirm. Ohren- und Augenputzen sowie Kinnkratzen übernimmt die Patin. Tosca zeigt ihr geduldig und mehrfach die Problemzonen. Ein kleines Leckerli gehört nun auch wieder zum allabendlichen Gute-Nacht-Ritual. Die Patin kann nur kichernd staunen, wie Tosca dies einsaugt. Nicht nur über die Schnelligkeit sondern auch über die Technik. Tosca stülpt ihren Lampenschirm komplett über das Areal, in dem das Bröckchen liegt, holt tief Luft und weg isses…

Liebe Menschen werden in Tosca’s Auftrag gesucht. Ruhig soll es sein. Ausdauernde Kuschelbereitschaft ist Vermittlungsvoraussetzung. Im Januar kommt eine Familie, die all dies und noch mehr bieten kann. Tosca ist angenehm überrascht und schließt die Menschen in ihr Herz. Ganz oft kommt die Familie zu Besuch und die vier wachsen eng zusammen. Am 22. Februar nun beginnt der dritte Akt. Tosca zieht endgültig um. Sie macht ihre Menschen glücklich, sorgt für Harmonie und ist auch sonst stark beschäftigt mit Pflege- und Fütterungshinweisen.

Ihre Patin und alle vom Windberg freuen sich für sie und wünschen ihr ein wunderbares Leben im Mittelpunkt ihrer Familie.